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Lebenshilfe Niedersachsen fordert Schulgeldfreiheit in der Heilerziehungspflege

06. Nov 2021

Lebenshilfe Niedersachsen fordert Schulgeldfreiheit in der Heilerziehungspflege
Lebenshilfe Niedersachsen fordert Schulgeldfreiheit in der Heilerziehungspflege

Auf der heutigen Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Niedersachsen in Hannover haben die Delegierten mit großem Unverständnis darauf reagiert, dass die Schulgeldfreiheit in der Heilerziehungspflege im eingebrachten Haushalt des Landes wieder nicht vorgesehen ist.

„Wir müssen in Sachen Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen in Niedersachsen einen Schritt vorankommen“ – Lebenshilfe Niedersachsen fordert Schulgeldfreiheit in der Heilerziehungspflege



„Menschen mit Beeinträchtigungen brauchen für ihren Teilhabeanspruch gut ausgebildete Fachkräfte. Es ist für mich unverständlich, warum Menschen, die diese Ausbildung ergreifen wollen, dafür auch noch etwas bezahlen müssen“, sagte der Landesvorsitzende Franz Haverkamp heute auf der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Niedersachsen. „Wir müssen in Sachen Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen weiter vorankommen und dafür brauchen wir gut ausgebildete Menschen.“Zum

Hintergrund:

Die SPD und CDU hatten in ihrem Koalitionsvertrag in Niedersachsen folgendes vereinbart: „Ferner wollen wir sicherstellen, dass Schulgeldzahlungen einer Berufswahl nicht im Wege stehen.“ In Niedersachsen ist aber die Entwicklung der Zahl der Menschen, die diese Ausbildung ergreifen, rückläufig. Lt. einer Aufstellung des Kultusministeriums gingen diese im Zeitraum von 2016 bis 2020 um fast 25 % zurück.

Potentielle Schüler*innen berichten, dass ein Grund, weshalb sie die Ausbildung nicht antreten, der ist, dass sie für ihre Ausbildung Geld bezahlen müssen. Durch die Befreiung von Schulgeld in anderen Bereichen, die die Lebenshilfe Niedersachsen ausdrücklich begrüßt, hat die Ausbildung der Heilerziehungspflege einen weiteren Nachteil erlitten.

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger sind die Fachkräfte für Menschen mit Beeinträchtigungen. Entscheiden sich weniger für diese Ausbildung, fehlen diese für die Verwirklichung des Teilhabeanspruchs von Menschen mit Beeinträchtigungen in Niedersachsen. Schon jetzt berichten uns Mitgliedsorganisation, dass sie personalintensivere Angebote nicht umsetzen können. Auch Eltern und Menschen mit Beeinträchtigungen berichten uns, dass es immer schwieriger wird, Unterstützung zu erhalten.

Der Einstieg in die Schulgeldfreiheit würde dem Land zunächst nur ca. 300.000 Euro kosten.

Die Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. wurde am 13. Oktober 1962 von 10 Orts- und Kreisvereinigungen gegründet. Heute gehören dem Landesverband 116 Mitgliedsorganisationen an. Über 75 % aller in Niedersachsen tätigen teilstationären Eingliederungseinrichtungen haben sich in der Lebenshilfe Niedersachsen als ihrem Dach- und Fachverband zusammengeschlossen. Die Lebenshilfe ist Elternvereinigung, Fachverband und Trägerin von Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung. Der Selbsthilfegedanke hat dabei große Bedeutung. Über die Akademie für Rehaberufe bietet die Lebenshilfe Fortbildungen insbesondere für Fachkräfte, Menschen mit Beeinträchtigung und Angehörige an.

Mit Standorten in Hildesheim, Wildeshausen und Hannover ist die Lebenshilfe Niedersachsen Ausbilder in der Heilerziehungspflege in Niedersachsen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Lebenshilfe hat ihren Sitz in Hannover.

Kontakt:
Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e. V.
Nordring 8 G | 30163 Hannover
Tel.: 0511 . 909 257 00
FAX: 0511 . 909 257 11
E-Mail: landesverband@lebenshilfe-nds.de

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